alexandra

Alexandra Michailowna Kollontai, 1872-1952, war eine russische Revolutionärin. Entgegen den bürgerlichen Feminist_innen vertrat sie die Meinung, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter allein im Sozialismus verwirklicht werden könne. Alexandra Kollontai war die erste Frau im revolutionären sowjetischen Kabinett und somit die erste Ministerin der Welt. 1920 übernahm sie den Vorsitz der Frauenabteilung im ZK der KPdSU. Als Volkskommissarin für soziale Fürsorge trat sie für eine Lockerung des Eherechts und eine Verbesserung des Mutterschutzes ein und erkämpfte das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Zudem schlug sie Volksküchen und kollektive Kindererziehung vor, um „unproduktive Hausarbeit“ zu ersetzen, denn “die wirklich befreite Frau muss materiell vom Mann unabhängig sein und von den mit der Mutterschaft verbundenen Pflichten entlastet werden.”

simone

Simone de Beauvoir, 1908-1986, war eine französische Philosophin, Schriftstellerin und Feministin. In „Das andere Geschlecht“ liefert sie eine komplexe Analyse der Lage der Frau, was das Buch zu einem Meilenstein der feministischen Literatur macht.
„Wenn man uns sagt: ‚Immer schön Frau bleiben, überlasst uns nur all diese lästigen Sachen wie Macht, Ehre, Karrieren, seid zufrieden, dass ihr so seid: erdverbunden, befasst mit den menschlichen Aufgaben …‘ Wenn man uns das sagt, sollten wir auf der Hut sein!“

judith

Judith Butler, *1956, ist eine US-amerikanische feministische Philosophin und Philologin. Ihr Schwerpunkt ist die Erforschung des Zusammenhangs von Macht, Geschlecht, Sexualität und Identität. „Das Unbehagen der Geschlechter“ zählt zu ihren bekanntesten Werken.

naomi

Naomi Klein, *1970, ist eine kanadische Journalistin und Schriftstellerin. Sie wurde durch ihre Bestseller „No logo“ und „Die Schock-Strategie“ weltweit als Globalisierungs- und Neoliberalismuskritikerin bekannt.

Die chinesische Anarchofeministin He Zhen war Herausgeberin der Zeitschrift Tienyee in der sie feministische, antimilitaristische und antikonfuzianistische Texte veröffentlichte. Sie kritisierte die in der chinesischen Frauenrechtsbewegung vorherrschende Meinung, dass die Befreieung der Frau vornehmlich dem Wohle der chinesischen Nation dienen solle. Sie war überzeugt, dass eine Gleichberechtigung der Frau untrennbar mit einer Revolution der herrschenden Verhältnisse verbunden sein musste. „We must completely dispense with human rule, realise equality among human beings and make the world into a place shared by men and women. To reach this goal, we must begin wih the liberation of women.“ (1907)

clara

Clara Zetkin (1857 – 1933) war aktive Frauenrechtlerin und während der Weimarer Republik 13 Jahre lang Reichstagsabgeordnete der KPD. Auf dem Internationalen Arbeiterkongress 1889 in Paris gehörte sie zu den Gründer_innen der Zweiten Internationalen. 1910 innitierte sie die Einführung des Internationalen Frauentages. Sie kritisierte die bürgerliche Frauenbewegung, da sie in ihr eine weitergehende Gesellschaftskritik vermisste: „Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.“

rosa

Rosa Luxemburg (1871 – 1919) war eine wegweisende marxistische Theoretikerin, Aktivistin der Arbeiter_innenbewegung und Politikerin. Sie gab die einflussreiche politische Zeitung „Die Rote Fahne“ heraus, leitete gemeinsam mit Karl Liebknecht den Spartakusbund und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der KPD. Große Teile des Parteiprogramms wurden von ihr verfasst. Rosa Luxemburg war ihr ganzes Leben über aktiv gegen Militarismus und Krieg und setzte sich für die Solidarität der internationalen Arbeiter_innenklasse ein. 1919 wurde sie von Freikorpssoldaten ermordet. „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird.“

kathleen

Kathleen Hanna, *1968, ist eine US-amerikanische feministische Aktivistin und Musikerin. Sie spielt eine wichtige Rolle in der Riot Grrrl-Bewegung, eine feministische subkulturelle Bewegung in der Punk-Szene, die unter dem Slogan „Revolution Girl Style Now!“ sowohl die männliche Dominanz in der Musikszene kritisiert als auch die Schaffung alternativer Produktions- und Vertriebsstrukturen fordert. Kathleen Hanna schrieb Zines und spielte in der Band Bikini Kill.

olympe

Olympe de Gouges, 1748 – 1793, war eine französische Revolutionärin, Frauenrechtlerin und Schriftstellerin. Zur Zeit der Französischen Revolution verfasste sie die „Erkärung der Rechte der Frau und Bürgerin“, da sich die Revolutionäre in der Verfassung nur auf den männlichen Teil der Bevölkerung bezogen. So formulierte sie unter anderem den Satz:
„Diese Revolution wird sich erst dann vollziehen, wenn sämtliche Frauen von ihrem beklagenswerten Los durchdrungen und sich des Verlustes ihrer Rechte in dieser Gesellschaft bewußt sind.“

beritan

Beritan (nom de guerre von Gülnaz Karataş), 1971-1992, schloss sich 1990 der PKK an. Nach einer kurzen Haftstrafe wurde sie Mitglied der kurdischen Frauenguerilla YJA STAR. Bei einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Peschmerga der Demokratischen Partei Kurdistans wurde sie umzingelt und angeschossen. Diese sollen ihr zugerufen haben: „Ergib dich, wir werden dich verheiraten, du wirst leben wie eine Rose“. Um diesem Schicksal und der Festnahme zu entkommen, stürzte sich Beritan von einem Felsen in den Tod.